IPL oder Laser?

Vorteile und Nachteile beider Varianten: Das musst du wissen

Aktualisiert am: 26. März 2018
IPL vs Laser
Die Haarentfernung per IPL-Gerät ist jederzeit und überall durchführbar – und auf längere Sicht um einiges günstiger als Laser
Heutzutage gehört es für viele Menschen schon fast zum guten Ton, einen haarfreien Körper zu haben. Gerade im Sommer finden es die Meisten einfach unästhetisch, wenn durch einen knappen Bikini ein Härchen hervorblitzt.
Die Anhänger dieses haarfreien Körperkultes bemächtigen sich vieler Werkzeuge und Methoden, um die lästigen Haare loszuwerden. Es wird rasiert, gezupft, gewachst und epiliert, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Leider reizen all diese Methoden die Haut bei ihrer Anwendung. Das Ergebnis reicht oftmals von Rasurbrand und Stoppeln über eingewachsene Härchen bis hin zu richtigen Ekzemen und Entzündungen. Dabei gibt es eine – oder besser gesagt zwei – Methoden, um eine permanente Entfernung der unerwünschten Haare zu erzielen: IPL und Laser.

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IPL oder Laser – Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Diese zwei Methoden zur dauerhaften Haarentfernung ähneln sich sehr stark, wobei der größte Unterschied in der Lichtimpuls-Frequenz der eingesetzten Geräte liegt. Die Anwendungen basieren auf Lichtblitzen, welche wiederum vom Haar ins Innere der Haut geleitet werden. Dort angekommen, eliminieren Sie die Haarwurzel, beziehungsweise “leeren” die jeweiligen Haarfollikel, sodass diese keine Haare mehr produzieren. Dies läuft im Normalfall und bei Beachtung der Sicherheitshinweise relativ schmerzfrei ab, wobei das Lasern von den meisten Menschen als unangenehmer empfunden wird.

IPL oder Laser Haarentfernung zuhause – Ist das überhaupt möglich?

Mit dieser Frage befinden wir uns schon beim größten Unterschied zwischen IPL Enthaarung und Laser Enthaarung. IPL Geräte sind freiverkäuflich und können von jedem Menschen bestellt und gekauft werden. Laser Geräte hingegen findet man nur bei Dermatologen oder in Kosmetikinstituten. Dies liegt daran, dass man ein gesondertes Zertifikat über eine Schulung benötigt, um einen Laser erwerben zu können. Diese arbeiten mit höheren Impuls-Frequenzen als IPL-Geräte und bergen ein höheres Risiko für Nebenwirkungen. Theoretisch könnte man sich auch zuhause mit einem IPL-Gerät Verbrennungen zuziehen. Allerdings passiert das selten bis gar nicht, wenn man die Bedienungsanleitung liest und befolgt.

Funktioniert die Haarentfernung mit Laser oder IPL bei allen Menschen?

Für beide Methoden sind Menschen mit möglichst heller Haut und möglichst dunklen Haaren am besten geeignet. Das Licht bei IPL oder Laser braucht einen Leiter, der es zum Haarfollikel transportiert. Der Leiter ist in diesem Fall das Haar, das umliegende Gewebe wird somit nicht beeinträchtigt. Falls das Gerät die einzelnen Haare nicht von der Haut unterscheiden kann, kann es zu Verbrennungen kommen. Außerdem bleibt der Erfolg der Behandlung aus.
Zudem eignet sich die Haarentfernung mit Laser oder IPL nicht für Menschen mit Pickeln, stark ausgeprägten Sommersprossen oder Pigmentflecken. Diese stören den Kontrast von Haut und Haaren und begünstigen ebenfalls Verbrennungen. Des Weiteren kann es bei einer Behandlung solcher Körperstellen im Nachhinein zu einer Pigmentstörung kommen.
Wenn du mehr darüber wissen möchtest, ob IPL oder Laser für deinen Hauttyp geeignet ist, lies den Artikel Dauerhafte Haarentfernung mit Licht.

Welche Nebenwirkungen können bei einer Behandlung mittels Laser oder IPL auftreten?

Die üblichen Nebenwirkungen, die bei oder nach der Behandlung auftreten können sind Rötungen, Hautempfindlichkeit, Verbrennungen und Schwellungen. Hierbei sollte erwähnt werden, dass das Risiko von Nebenwirkungen bei einer Laser-Anwendung deutlich erhöht ist, da hier mit stärkeren Lichtimpulsen gearbeitet wird. Allerdings lassen sich alle Risiken vermeiden oder zumindest weitgehend eindämmen, wenn man bestimmte Maßnahmen vor der Behandlung ergreift und auf ein paar Anwendungen kurzzeitig verzichtet.

Wie kann man den Nebenwirkungen eines IPL oder Lasers eindämmen?

Es gibt ein paar Vorsichtsmaßnahmen, die vor der Behandlung beachtet werden sollten, um Verbrennungen und Ähnliches zu vermeiden. Hier haben wir die häufigsten aufgelistet:

Was ist bei einer Rasur zu beachten?

Vor der Anwendung eines IPL oder Laser Gerätes sollte die betroffene Hautstelle in jedem Fall rasiert werden. Für beide Haarentfernungsmethoden sollte dies 1-2 Tage vor der eigentlichen Behandlung passieren, damit die Haut Zeit hat, sich zu regenerieren. Dabei sollte man beachten, dass für eine effektive Laser Behandlung bereits Stoppeln zu sehen sein sollten; die IPL Behandlung zuhause setzt dies nicht voraus.

Muss man auf Sonnenbäder und Solarien verzichten?

Vor einer Behandlung mit IPL oder Laser solltes du keine Sonnenbäder nehmen und auf Solariumbesuche verzichten, da die Haut danach meistens lichtempfindlich ist und zu Verbrennungen neigt. In seriösen Kosmetikstudios, die eine Laser Haarentfernung anbieten, muss der Kunde ein Formular unterzeichnen, dass er in den letzten 7 Tagen keine Sonnenbäder genommen hat. Daher werden die meisten Laser Behandlungen vor, beziehungsweise nach dem Sommer durchgeführt.

Was ist bei einer Einnahme von Medikamenten zu beachten?

Bei einer Medikamenteneinnahme solltest du vor einer Haarentfernung mittels IPL oder Laser den behandelnden Arzt konsultieren. Gerade bei Psychopharmaka und Medikamenten, die epileptischen Anfällen vorbeugen sollen, steigt die Fotosensitivität der Haut enorm. Ebenso verhält es sich mit Medikamenten gegen Depressionen – sie steigern auch die Lichtempfindlichkeit.

Wie sieht es mit einer Behandlung nach einer Chemotherapie aus?

Menschen, die an Krebs leiden, dürfen unter keinen Umständen zu einer Haarentfernung mittels IPL oder Laser greifen, es sei denn, der Krebs wurde besiegt und die letzte Therapie ist mindestens ein halbes Jahr her. In diesem Fall kannst du das Thema bei deinem behandelnden Arzt ansprechen. Dieser wird am besten beurteilen können, wie fit du und deine Haut sind, und ob eine permanente Haarentfernung durchgeführt werden kann oder nicht. Konsultiere auch vor dem Heimgebrauch einen Arzt, um möglichen Risiken vorzubeugen.

Dürfen Schwangere eine permanente Haarentfernung durchführen?

Jeder gute Arzt und jede Kosmetikerin werden darauf hinweisen, dass sie keine Schwangeren oder stillende Mütter behandeln. Dies gilt sowohl für Laser, als auch für IPL-Geräte. Zum Einen ist es noch nicht ausreichend belegt, welche Auswirkungen eine solche Anwendung für den Fötus hat, zum Anderen reagieren stillende Mütter ebenfalls sehr empfindlich auf Licht und Schmerz. Das heißt: Eine Anwendung wäre für die frisch gebackene Mutter schmerzvoller als für alle anderen. In diesem Fall sollte man einfach abwarten, bis man abgestillt hat und danach die Behandlung vornehmen.

Wie funktioniert IPL beziehungsweise die Laser Technologie?

Das IPL, die Abkürzung für „Intense Pulsed Light“, arbeitet meist mit einem Diodenlaser und sorgt für eine permanente Haarentfernung, die in letzter Zeit gerade bei Frauen immer beliebter wird. Hierbei wird das Licht beim Aufblitzen der Lichtquelle von der Haut absorbiert und in die einzelnen Poren geleitet. Dort wird das Licht in Wärme umgewandelt, welche den Haarfollikel verödet, sodass dieser keine Haarwurzeln mehr produzieren kann. Die im Laserzentrum oder Kosmetiksalon verwendeten Geräte arbeiten dabei mit tieferen Wellenlängen, was das Risiko einer Verbrennung erhöht.
Die Heimgeräte, meist von Philips oder Braun, arbeiten mit niedrigeren Frequenzen und sind dadurch sicherer, aber auch länger in der Anwendung.
Vor dem Kauf eines solchen Gerätes solltest du dich vergewissern, dass das IPL bei deinem Hauttyp wirksam ist. Als Faustregel gilt: Je heller die Haut und je dunkler die Haare, desto besser und schneller sieht man die Ergebnisse. Dies hängt mit der Verteilung des Melanins zusammen – je höher der Kontrast, desto besser. Wer es ganz genau wissen möchte, dem bietet der Artikel IPL Haarentfernung einen detaillierteren Überblick.

Welche Alternativen gibt es zur dauerhaften Haarentfernung?

Natürlich gibt es auch zahlreiche Alternativen zu Haarentfernungsgeräten, allerdings ist keine einzige davon wirklich permanent. Zudem sind die meisten dieser Methoden mit in Summe höherem Zeitaufwand und Schmerzen verbunden und gerade für Menschen mit sensibler Haut ungeeignet. Die meisten von diesen Methoden können zuhause durchgeführt werden, wobei auf die richtige Anwendung zu achten ist, um Ausschläge und Verbrennungen zu vermeiden. Gerade beim Wachsen sollte man beispielsweise einem Profi vertrauen. Dies sind einige der bekanntesten Alternativen:

Chemische Haarentfernung mit Enthaarungscreme

Sie sind in jedem gut sortierten Laden zu finden: Chemische Mittel wie die Enthaarungscreme. Hierbei werden die unerwünschten Haare von der Creme chemisch durch Zersetzungsprozesse aufgelöst. Die Hersteller werben mit einem Ergebnis, welches die Haut bis zu zwei Wochen haarfreie halten soll. Diese Methode ist jedoch sehr belastend für die Haut und zieht oft Ausschläge und Unverträglichkeiten nach sich. Da die Anwendung nur sehr oberflächlich ist, werden die Haarwurzeln nicht zerstört, weswegen es erneut zum Haarwuchs kommt.

Mechanische Haarentfernungsgeräte – Rasierer und Epilierer

Bewährt und ominpräsent: Die mechanischen Methoden zur Haarentfernung. Während die klassische Nass- oder Trockenrasur sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut gibt es seit einiger Zeit nun auch die Epilation. Beim Epilieren werden die einzelnen Haare nach und nach herausgerissen, was die meisten Menschen gerade an sensiblen Hautstellen wie im Gesicht oder in der Bikinizone als sehr unangenehm und schmerzhaft empfinden. Die Rasur ist nicht so schmerzhaft, dafür ist die Belastung für die Haut und die Verletzungsgefahr um ein Vielfaches größer. Lies am besten bei unserem Epilierer Test und Gesichtsepilierer Test weiter.

Haarentfernung mit Heiß- oder Kaltwachs

Bei einer Haarentfernung mit Wachs solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass die Masse nicht zu heiß ist. Das Wachs wird mit einem Spatel in Haarwuchsrichtung aufgetragen und nach dem trocknen entgegen der Wuchsrichtung ruckartig abgezogen. Dabei werden mehrere Haare auf einmal herausgerissen, was ebenfalls mit Schmerzen verbunden ist. Im Allgemeinen ist eine Anwendung von Heißwachs zuhause mit Risiken verbunden, weswegen wir empfehlen, ein ausgebildetes Kosmetikstudio aufzusuchen. Da die Behandlung aller 4-6 Wochen wiederholt werden muss, geht das Wachsen ebenso ins Geld und ist auf lange Sicht relativ teuer.

Tut eine Behandlung mit IPL oder Laser weh?

Wenn man die zuvor erwähnten Risiken und Tätigkeiten ausschließt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Nebenwirkungen wie z.B. Schmerzen auftreten. Allerdings sollte man erwähnen, dass eine Laserbehandlung meist als viel unangenehmer gegenüber IPL empfunden wird, da die einzelnen Blitze kurz ziepen. Außerdem ist hier die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu Verbrennungen oder Schwellungen kommt, da mit höheren Frequenzen gearbeitet wird. Bei einer IPL Haarentfernung ist es so gut wie ausgeschlossen, dass es zu Nebenwirkungen kommt. Hier tun die einzelnen Anwendungen auch nicht weh sondern hinterlassen nur ein Wärmegefühl.

IPL vs Laser – welche Behandlung ist denn nun effektiver?

Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Bei der Laser Behandlung müssen im Vorfeld mehr Vorschriften eingehalten werden und das Risiko ist höher, Verbrennungen zu erleiden. Die Anwendung erfolgt alle 4-10 Wochen, was vom Haarzyklus der behandelten Person abhängig ist. Nach und während der Behandlung ist es nicht ungewöhnlich, dass man verbranntes Haar riecht. Da das Licht sehr stark ist und punktuell arbeitet, erreicht es schnell die Wurzel und verödet diese – daher der Geruch. Im Normalfall fallen die verbrannten Haare innerhalb der nächsten paar Tage nach der Behandlung raus beziehungsweise werden diese von der Haut abgestoßen. Eine Woche nach der Behandlung mittels Laser sollte die Haut gepeelt werden, um Überreste zu entfernen. Die ersten Ergebnisse sieht man nach im Durchschnitt nach 2-3 Anwendungen.

Warum lohnt sich die IPL Haarentfernung zuhause?

Bei einer Heimanwendung des IPL Gerätes entfällt das Risiko von Verbrennungen fast vollständig, da das Licht schwächer ist. Die Anwendung wird hierbei etwas öfter – um genauer zu sein alle 2-6 Wochen – durchgeführt. Man hat hierbei keinen unangenehmen Geruch zu ertragen, da die IPL Geräte einfach flächiger und sanfter arbeiten. Auch bei dieser Methode sieht man die ersten Ergebnisse nach etwa 3 Anwendungen, was in diesem Fall wegen der kürzeren Abstände der Behandlungen schneller als beim Laser im Studio ist.
Wer einen Blick auf den Markt wirft wird merken, dass immer mehr Heimgeräte verfügbar sind, wobei die beliebtesten der Braun Silk Expert und das Philips Lumea Prestige sind. Einer der entscheidenden Vorteile der dauerhaften Haarentfernung zuhause ist, dass man sich in gewohnter Atmosphäre befindet. Man kann die Behandlungen vor dem Fernseher oder beim Musikhören vornehmen und erspart sich somit nicht nur den Weg ins Studio und die dortigen Wartezeiten, sondern auch den Stress der neuen Umgebung. Außerdem verfügen die IPL Geräte über ausreichend Impulse, um den ganzen Körper zu behandeln. Das heißt, es bleibt bei einer einmaligen Investition und rentiert sich somit gegenüber einer Behandlung im Kosmetikstudio.

Fazit

Beide Methoden sind in Technologie, Vorbereitung, Wirkungsweise und Nebenwirkungen, sowie in Vor- und Nachteilen ziemlich ähnlich, allerdings haben die IPL Geräte im Rennen die Nase vorn und sind somit die bessere Alternative. Sie nehmen viel weniger Zeit und Geld in Anspruch als eine Behandlung im Kosmetikstudio und die einzelnen Anwendungen können viel flexibler gestaltet werden. Außerdem birgt die Benutzung von IPL Geräten zuhause fast keine Risiken mit sich und zieht um einiges seltener Nebenwirkungen nach sich, als es bei einer Laser Haarentfernung der Fall wäre.

Autor

Lisa Kuhn, BSc

Die Medizintechnikerin Lisa Kuhn machte ihren Abschluss auf der Hochschule Mannheim. Ihr Spezialgebiet liegt in der Anwendung von Laser-Technologie. Lisa lebt und arbeitet in Berlin.

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